*

Eine Visionssuche in freier Natur wollte ich schon seit vielen Jahren machen. Irgendwie hat es aber nie gepasst. Vor einem Jahr aber kam der Wunsch wieder auf, also habe ich meinen Schamanischen Lehrer Hero gefragt, ob er für mich eine Visionssuche leiten würde. Er sagte JA und so haben wir das Datum auf den Sommer 2017 gelegt. 

Die Visionssuche ist eine uralte heilige Zeremonie, in der sich Menschen verschiedenster Kulturen in die Wildnis zurückziehen, um sich auf allen Ebenen zu erfahren und um Klarheit in einer Situation oder auf ihrem Lebensweg zu bekommen. Zudem stärkt diese Art von Erfahrung die Verbindung und das Vertrauen zu sich selber. Es ist eine Einladung, das Gewohnte und das traute Heim zu verlassen und sich dem Jetzt, dem Pulsierenden und Unbekannten Leben zu stellen. 

Am Tag nach Ankunft im Gelände haben wir sechs Visionssuchenden unseren Platz in der freien Natur gesucht. Es war ein magischer, wunderschöner, ja sogar Bilderbuch-Schweiz-aussehender Ort in den Schweizer Bergen im Blickfeld von den majestätischen Berühmtheiten Eiger, Mönch und Jungfrau. Meinen Platz zu finden war für mich dieses Mal schwierig. Das Gelände war vom tagelangen intensiven Regen sehr sumpfig und matschig geworden. Ich suchte einen trockenen, erdigen Platz unter einer Tanne, um mein Biwak dort zu errichten. Hero gab uns 3 Stunden Zeit. Ich brauchte länger... entweder war der Platz zu klein, zu steil, zu nass, zu windig oder gar nicht vorhanden. Doch endlich nach stundenlangem Umherrschwirren fand ich mein kleines, wunderschönes Paradies und erst noch mit Aussicht auf die Viertausender. 

Am Abend haben wir gemeinsam das Visionsfeuer angezündet und jeder der sechs ist an seinen Platz gegangen, um ihn einzurichten und sich auf die erste Nacht, allein in der freien Natur, vorzubereiten. Das war ein schöner und aufregender Moment, so loszuziehen im Wissen, die nächsten 3 Nächte und 3 Tage allein zu sein, nur ein bisschen Knäckebrot, Karotten, Aepfel, Datteln, Nüsse, Wasser und das allernötigste an warmen Kleidern, Schlafsack, Blache und Regenschirm dabei. 

Einen Monat zuvor wurde in dieser Region ein Braunbär gesehen. Der erste im Kanton Bern seit über 150 Jahren. Dies zu wissen hat mich in der Zeit vor der Visionssuche beunruhigt, ebenso das Wetter, welches in den Bergen oft sehr gewitterhaft und mit zahlreichen Blitzen durchzogen war. Doch in dem Moment, wo ich jenes Gelände betrat, waren all diese Aengste verflogen. Ich fühlte mich einfach geborgen und sicher. 

Hero und Hans-Ueli, ein Freund von Hero, hielten die ganzen 3 Nächte und 3 Tage am Visionsfeuer abwechselnd Wache, bei jedem Wetter. Sie waren unsere Hüter und es war sehr wohltuend zu wissen, dass sie da sind und wir zu ihnen und zur Schutzhütte gehen könnten, wenn es dringenden Bedarf gäbe. Dies gab es jedoch bei keinem von uns. 

So begab ich mich in die erste dunkle Nacht unter einer grossen, alten Tanne, die mir Geborgenheit gab. Die erste Nacht schlief ich noch nicht so gut, war wachsam, ob ich etwas ungewöhnliches hörte. Doch es meldete sich die ganze Nacht nur der Wind und gegen Morgen die Regentropfen auf der Blache über mir. Die nächsten beiden Nächte schlief ich traumhaft gut. 

Die Tage verbrachte ich mit SEIN, einfach nur SEIN in jedem Wetter und in jeder Tagesstimmung und zu beobachten, was dies mit mir macht und welche Gedanken, Ideen, Eingebungen kommen. Es war eine sehr heilsame Zeit, in der ich noch mehr in meine Kraft und in meine Mitte kam. Unendlich dankbar und glücklich bin ich für die wertvollen Eingebungen, welche ich erhalten habe. Was mich sehr gefreut hat, wie robust mein Körper in so einer Situation war. Da meine Wanderschuhe komplett nass waren, ging ich oft barfuss durch das nasse Gelände, trotz kühlen Temperaturen. Meine Füsse blieben nicht nur sauber, sie wurden zudem ausserordentlich warm. Auch machte es meinem Körper nichts, in der ganzen Zeit auf eine warme Mahlzeit, einen Tee und ein Feuer zu verzichten. Es ist einfach alles eine Frage der Einstellung smiley

Am Abend des 3. Tages haben wir uns alle wieder am Visionsfeuer versammelt und unsere Erfahrungen geteilt. Was ich äusserst spannend fand war, dass vier von uns mehrere hellsichtige Erlebnisse hatten. Wir haben Naturwesen und viele andere Dinge gesehen. Meine Vermutung ist, dass wir dies sehen konnten, weil wir einerseits sehr entspannt und ohne grosse Ablenkungen waren und andererseits, weil wir dort oben fern von jeder Antennenstrahlung und Elektrosmog waren. Es gab dort keinen Handy-Empfang. Ich denke, dass viel mehr Menschen hellsichtig sein können, wenn sie sich Zeit dafür nehmen und für eine gesunde Umgebung sorgen. Bei dieser Gelegenheit mache ich auf die Elektrosmog-Umwandler aufmerksam, siehe hier

Ja und schon ist diese Zeit wieder vorbei. Diese 3 Tage und Nächte kamen mir sehr kurz vor, obwohl ich einfach nur dort war und nicht "viel" tat. So ist es, wenn man komplett im JETZT ist. Es wird nicht langweilig, auch wenn man scheinbar NICHTS tut. Im JETZT zu sein gibt mir das Gefühl von vollkommener Freiheit und das JETZT ist der Ort der unendlichen Möglichkeiten heart

Heute, 2 Tage später und wieder Zuhause, finde ich es nicht einfach an den nächsten Tag zu denken, da ich noch so sehr im JETZT bin. Ich sollte Koffer packen, denn morgen in aller Früh fahre ich nach Italien, um eine Reise auf den Spuren von Maria Magdalena durch Südfrankreich zu leiten. Das MORGEN ist einfach unendlich weit weg, wenn man im JETZT ist smiley




 


 

Facebook Twitter Google+ LinkedIn Xing
Kommentar 0
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.