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Gestern stand ich am Bett meines jungen Onkels, als er seinen letzten Atemzug machte....  3 Tage später wäre er 65 geworden und hätte sein Pensionsalter erreicht. 

Für uns, die dabei waren, war es offensichtlich, dass er seinen letzten Atemzug in unserer Anwesenheit tun wollte. Denn er hätte dies auch in der Stunde zuvor tun können, wo wir für eine Weile ausserhalb des Zimmers waren. Als wir in sein Zimmer zurück kamen, war noch eine ganz leichte Unruhe von seiner Seite her zu spüren, die sich dann gleich legte, als wir dicht an sein Bett heranstanden. Wir sagtem ihm, dass wir DA sind und dass alles gut ist. Sein Atem wurde ruhig, langsamer und ein wenig später hörte einfach auf zu atmen. Er atmete aus, aber nicht wieder ein... 

Obwohl er seit einem Tag auf Ansprechen nach Aussen nicht mehr reagierte, war er dennoch präsent und suchte sich scheinbar den Zeitpunkt für seinen letzten Atemzug aus. Dies ist sehr beeindruckend. Und ich bin zutiefst berührt und dankbar, dass ich dabei sein durfte, als er gegangen ist. Doch darum geht es in diesem Artikel nicht. 

Es um das Thema "Unser Tod als unser Freund"

Mit diesem intensiven Erlebnis wurde auch ich wieder einmal mit der Endlichkeit meines Lebens konfrontiert, obwohl ich mir dieses Thema sehr häufig ins alltägliche Leben hole.

Wie stehst Du zum Thema Sterben und Tod? Ist es für Dich ein Tabu-Thema, dem Du ausweichst und denkst, dass Du es möglichst lange hinausschieben kannst, Dich damit zu befassen? Oder denkst Du manchmal daran, dass heute Dein letzter Tag sein könnte und bist Dir der Endlichkeit dieses Lebens bewusst? Bist Du in Frieden mit dieser Tatsache?

Vor vielen Jahren habe ich in der Buddhistischen Lehre gelernt, dass unser eigener Tod unser Freund ist. Wenn wir jeden Tag daran denken, dass unser jetztiges Leben demnächst oder bereits heute zu Ende gehen könnte, auch wenn es jetzt nicht danach aussieht, dann leben wir sehr bewusst und vollkommen im JETZT. 

Und vorallem beschäftigen wir uns mehr und mehr nur noch mit Dingen und Menschen, die uns wirklich WICHTIG sind und die wirklich FREUDE machen. Wir leben nicht mehr in einem mühsamen Job, in einer ungemütlichen Wohnung, in einer unerfüllenden Beziehung einfach nur, weil wir zu bequem sind, um diese Dinge zu verändern und weil Veränderung auch wirklich Mut braucht. Den Mut zu den eigenen Träumen und Bedürfnissen zu stehen. Den Mut sich selber TREU zu sein. 

Im Kontakt mit dem eigenen Tod gehen wir die Dinge an. Wir werden mutig und wir tun es jetzt und nicht irgendwann. 

Denn das Irgendwann gibt es irgendwann nicht mehr...

Wie stehst Du zu Deinem Sterben und Deinem Tod?
Lebst Du JETZT genauso, wie Du es Dir immer erträumt hast? Oder bist Du zumindest auf dem Weg dorthin?
Bist Du Dir selber treu und gehst konsequent Deinen Weg, auch wenn es manchmal sehr unbequem ist?

 

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