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Und was bedeutet eigentlich "geerdet zu sein" oder "ganz zu sein"? 
Oder "Nur wenn wir geerdet sind, können wir zu den Sternen greifen und sie herunterholen."


Die Morgen-Meditation. Viele Jahre habe ich sie nicht genutzt, obwohl ich sie seit ebenso vielen Jahren in der Medizinrad-Ausbildung, vielen Seminaren und anderen Ausbildungen immer wieder in der Gruppe mitgemacht und viele Arten von Meditation gelernt habe. Und obwohl ich seit einem Stille-Retreat im Jahre 2006 weiss, wie sehr angekommen ich mich fühle, sobald ich mich zur Meditation hinsetze. Trotzdem habe ich dies über Jahre kaum in den alltäglichen Ablauf integriert. Wie vermutlich die meisten Menschen in unseren Breitengraden, bin ich morgens einfach aufgestanden und in die alltäglichen Beschäftigungen gestartet...

Doch nachdem ich nach gewissen Beschäftigungen (z.B. Job, langer Schultag, gewisse Tätigkeiten und Orte) immer wieder festgestellt habe, dass diese mich ermüden, habe ich eines Tages entschieden, mich jeden Morgen für ein paar stille Momente hinzusetzen und mich bewusst für den Tag zu wappnen. 

Seit ich dies tue, werde ich kaum mehr je müde, auch nicht nach langen Arbeitstagen. Natürlich werde ich körperlich schon müde, so gegen 21:30 / 22:00 Uhr, und gehe dann bald schlafen. Aber es ist nicht mehr so, dass ich mich ausgelaugt fühle. Und dies ist einfach genial. Somit habe ich viel Kraft für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind und die Dinge manifestieren sich schneller als zuvor. 

Wie tue ich dies?
Ganz einfach, ich erde mich.


Was ich nachfolgend schreibe, beruht auf meiner persönlichen Erfahrung. Es mag für andere anders sein und mir ist bewusst, dass ich noch lange nicht das menschen-mögliche Potenzial an Erdungs-Erfahrungen erlebt habe. 

Wenn ich mich zur Meditation hinsetze, dann ist das Wichtigste, dass ich zuerst im Körper ganz ankomme. Ich sitze mit geschlossenen Augen auf meinem Meditationskissen (Du kannst auch auf einem Stuhl oder so sitzen) und spüre einfach meinen Körper. Dazu gehe ich in Gedanken den ganzen Körper durch: Spüre ich meinen Scheitel? Meine Stirn, Schläfen, Augen, Ohren, Wangen, Nase, Mund, Hals? ...  später die Körpervorderseite durchgehen, danach die Arme Vorder- und Rückseite bis zu den Fingerspitzen, später die Beine Vorder- und Rückseite bis zu jeder einzelnen Zehe usw.

Ich gehe also systematisch durch alle Abschnitte des Körpers und bleibe dort, bis ich die Region spüre. Sobald ich die Region (z.B. kleine Zehe links) körperlich spüre, ist sie von mir belebt. Für mich heisst das, dass ich mit meinem Geist bzw. mit meinem Wesen diese Körperregion ausfülle und somit in meinem Körper präsent bin. Die Reihenfolge spielt für mich nicht so eine Rolle, Hauptsache ich spüre alle Regionen, wie sie belebt sind. Ich spüre dies mit einem Kribbeln oder Vibrieren. Ganz wichtig ist auch, einfach immer wieder zu spüren, wie der Körper (von selbstwink) atmet. 

Es ist also eine Körper-Achtsamkeitsübung. Und wir sollten den Körper so oft wie möglich am Tag immer wieder spüren. Wenn wir irgendwo warten, oder mit jemandem sprechen, oder am Zähne putzen, aufräumen oder email schreiben sind usw.

Je mehr wir unsere Körper wahrnehmen, je mehr sind wir in unserer Mitte und in unserer Kraft.

Je mehr wir geerdet sind, je stärker ist unsere Präsenz, unsere Ausstrahlung und unsere Anziehungskraft. 


Der Körper ist eine irdische (= Herkunft Erde) und materielle Sache. Und da ich in der materiellen Welt lebe, ist es wichtig, dass ich mit meinem Geist ganz anwesend bin. Hellsichtige Menschen sagen, dass viele Menschen nicht wirklich geerdet sind. Sie schweben ein bischen über dem Boden, zum Teil sogar über ihrem Körper oder stehen neben ihrem Körper. Die kennen wir auch, manchmal "stehen wir einfach neben unseren Schuhen" oder "etwas hat uns aus der Mitte gebracht" oder "wir fühlen uns total daneben"

Dies hat damit zu tun, dass wir nicht im Körper präsent sind. Wir tun dies auch manchmal, um vor einer Situation zu flüchten. Ganz deutlich ist dies bei Unfällen und anderen traumatischen Erlebnissen, wo die Seele sich zurückzieht und später nur noch teilweise zurückkommt. Teile von uns werden abgespalten, wir fühlen uns nicht mehr ganz. Um wieder ganz zu werden, bedarf es je nach Umfang, eine Begleitung von einer geeigneten Fachperson. Wenn Du Dich "nicht ganz" oder "nicht vollkommen" fühlst, dann gehe dem nach. Welche Bereiche sind Dir abhanden gekommen? Ist Dir ein Erlebnis bewusst, welches dies ausgelöst haben könnte?

Nur wenn wir geerdet sind, können wir zu den Sternen greifen und sie herunterholen. 

Das bedeutet, dass wir Dinge nur manifestieren können, wenn wir geerdet sind. Es gibt Menschen, die träumen von einem besseren Leben und denken viel darüber nach, wie es sein könnte. Wenn sie über dem Boden schweben, werden sie es nie auf den Boden bringen. Sie werden ihre PS nie auf dem Boden bringen und werden ihr Ziele nie erreichen. 

Je mehr wir mit den Gedanken irgendwo anders sind, sind wir eben nicht HIER. Wir verpassen die Gegenwart, wir verpassen unser Leben und die Möglichkeiten, die es bietet. Und oft bereiten wir uns nur unnötig Sorgen über Dinge, die jetzt gerade gar nicht existieren. Wir sind in der Zukunft oder in der Vergangenheit. Doch das Leben findet nur an einem Ort statt. Im Hier und Jetzt. Und hier in der Gegenwart liegt die Lösung oft einfach direkt vor der Nase. Die können wir aber nur sehen, wenn wir hier und präsent sind. Und die Körper-Achtsamkeitsübung bringt uns immer wieder in das Hier und Jetzt. 

Das Ziel ist also den Tag so zu beginnen, dass wir zuerst einmal im Körper und auf der Erde ankommen. Dann sind wir in unserer Mitte. Aus unserer Mitte heraus treffen wir die klarsten Entscheidungen. Wir entscheiden uns so, wie es wirklich unserem Wesen entspricht. Somit werden wir immer weniger manipulierbar und werden immer authentischer. Und somit können wir immer mehr das Leben leben, das uns wirklich entspricht. 

Wenn wir im Körper präsent sind, dann sind wir ein Präsent.
Wir sind dann ein Geschenk. Da wir dann vollkommen und echt sind.
Es ist kein Zufall, dass die Gegenwarts-Form "Präsens" heisst.

Die hohe Kunst im Leben ist es, präsent zu bleiben, auch in den Momenten, wo wir am liebsten davonlaufen möchten. Auch dann ist es wichtig, einfach anwesend zu bleiben und auch unangenehme Gefühle einfach wahrzunehmen. Sich nicht damit zu identifizieren, sondern sie einfach zu beobachten und präsent zu bleiben. Das gleiche gilt auch für gute Gefühle, die uns vor Glück abheben lassen. Können wir auch diese aus-halten und im Körper bleiben?
Das ist dann die Meisterschaft, wenn wir weder davonlaufen, noch abheben, sondern einfach DA SIND.
Wenn Dir das gelingt, dann BIST DU FREI. smileysmileysmiley



 

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